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Geldanlagen im Vergleich - Ein Überblick

Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise aus dem Jahre 2009 sind auch heute noch spürbar. Die Zentralbanken geben weiterhin niedrige Leitzinsen aus und verhindern somit auch steigende Guthabenzinsen für Kapitalanlagen auf Fest- oder Tagesgeldkonten. Diese Politik führt bei vielen Kleinanlegern zum Nachdenken. Schließlich wünschen sich diese auch weiterhin eine attraktive Rendite für ihre Geldanlage oder sie versuchen zumindest die Geldentwertung durch die gleichbleibende Inflation auszugleichen.

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Der Großteil der Anleger sehnt sich nach einer verhältnismäßig sicheren Geldanlage, welche jedoch gleichzeitig eine gewisse Renditeerwartung erfüllen kann. In diesem Beitrag werden die gängigen Kapitalanlagen für Anleger betrachtet und miteinander verglichen. Die Informationen können keinem niemandem die Entscheidung für oder gegen eine Kapitalanlage abnehmen, aber sie informieren über die aktuellen Konditionen und unterstützen die richtige und somit passende Wahl der persönlichen Anlageform.

Festgeld

Das Festgeld, häufig auch als Termingeld oder Termineinlage bezeichnet, ist eine kurz- und mittelfristige Geldanlage bei Kreditinstituten mit einer feststehenden Laufzeit. Es gleicht insofern dem klassischen Sparbuch. Während der Laufzeit eines Festgeldkontos verfügt der Anleger nicht über sein Kapital. Dieses erhält er erst am Ende der Laufzeit inklusive der Zahlung der festgelegten Zinsen zurück. Im Notfall kann ein Investor jedoch immer über das Kapital verfügen, da es eine Kündigungsmöglichkeit mit in der Regel dreimonatiger Frist gibt. Oftmals fällt im Kündigungsfall allerdings die Zinszahlung weg.

Die Geldanlage Festgeld wird häufig über einen Zeitraum von 12, 24 oder 36 Monaten abgeschlossen. Die Zinsen liegen momentan leider - wie oben beschrieben – oft unterhalb der 1 %-Marke. Attraktiver können die Konditionen der Direktbanken sein. Dabei erwarten die Investoren Zinsen von derzeit maximal 1,7 %. Da das Produkt nicht besonders kompliziert ist und eine regionale Beratung insofern nicht unbedingt erforderlich ist, könnten Anleger hier auf die Angebote von Direktbanken zurückgreifen.

Tagesgeld

Im Unterschied zum Festgeld ist die Geldanlage Tagesgeld nicht an eine bestimmte Laufzeit gebunden. Anleger können täglich über das eingesetzte Kapital verfügen und müssen keine Zinsnachteile befürchten. In Kombination mit einem Girokonto sorgt das Tagesgeld als Finanzanlage für maximale Flexibilität beim Verbraucher. Genau wie das Festgeldkonto steht in der Europäischen Union auch das Tagesgeldkonto unter dem Schutz der gesetzlichen Einlagensicherung des jeweiligen Landes. Geldanlagen sind demzufolge bis zu einer bestimmten Betragshöhe relativ sicher. Die Konditionen von Tagesgeldkonten sind momentan in der Regel etwas schlechter als die der Festgeldanlagen. Üblich sind Renditen von derzeit bis zu 1 Prozent.

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Aktien

In den Zeiten niedriger Zinsen setzen viele institutionelle Investoren und private Anleger auf Aktien. Dabei können diese auf zweierlei Arten Rendite erwirtschaften: Einerseits kann ein Investor mit Aktien durch einen Kursgewinn verdienen. Dazu muss der Anleger die Aktie teurer verkaufen als er sie eingekauft hat. Beobachtet man etwa den deutschen Leitindex, den DAX, so kann man feststellen, dass die Kurse in letzter Zeit vorerst wieder gestiegen sind. Allerdings können Krisen Einfluss auf einzelne Unternehmen oder ganze Branchen nehmen und somit zu einem deutlichen Kursverlust führen. Neben der Möglichkeit der Rendite über Kursgewinne kann ein Aktienhalter durch die Zahlung einer Dividende Geld erwirtschaften.

Eine Aktie ist ein Wertpapier, welches einen Anteil an dem Unternehmen verbrieft. Demzufolge hat ein Anleger auch ein Recht auf Partizipation am Unternehmensgewinn. Insbesondere im DAX befinden sich starke Dividendenzahler, die einmal jährlich Gewinne an die Investoren ausschütten. Wer für sein Kapital also eine langfristige Anlageform mit möglicher Dividende sucht, der kann mit einem Investment in Aktien erfolgreich werden.

Bei einer Investition in Aktien sollte man jedoch zumindest Grundkenntnis der Branche und der Entwicklung des Unternehmensgeschäfts haben. Selbst die mächtigen dreißig DAX-Konzerne, die zu den wirtschaftsstärksten Unternehmen in Deutschland gehören, können aufgrund von gesetzlichen Neuregelungen oder Umwelteinflüssen in Schieflagen geraten, die einen Anleger bares Geld kosten kann, wie man aktuell am Beispiel der VW-Aktie erkennen kann. Eine Möglichkeit ist, sich über die sogenannte Dividendenrendite von Unternehmen zu informieren. Diese Kennzahl gibt Aufschluss darüber, wie rentabel die Dividendenzahlungen von Unternehmen sind. Für langfristig ausgerichtete Anleger könnte dies von Interesse sein.

Fonds

Fonds oder Investmentfonds bilden eine Form der Geldanlage, bei der Manager das Kapital ihrer Anleger sammeln und nach vorgegebenen Strategien anlegen und verwalten. Allerdings erheben die Fondsmanager für ihre Leistungen auch ein Entgelt, was aus dem eigenen Vermögen jährlich abgebucht wird - auch im Verlustfall, dazu gehört beispielsweise das Agio. Ein Vorteil der Fonds ist zugleich ein Nachteil: Die Investition darin wird zwar auf unterschiedliche Investments aufgeteilt - man spricht auch von einem Investment Pool - was für die wichtige Diversifikation eines Investmentportfolios sorgt, allerdings hat der Anleger keine Kontrolle darüber, worin konkret investiert wird.

Fonds, welche an Unternehmen beteiligt sind, erhalten - genau wie einzelne Anleger auch - Dividenden. Im Unterschied zu dem Einzelanleger werden die Dividenden jedoch in der Regel direkt wieder in neue Wertpapiere investiert, so dass der Kleinanleger unter Umständen gar nicht bemerkt, dass Dividenden ausgeschüttet wurden.

In der letzten Zeit sind spezielle Fonds verstärkt in den Fokus der Anleger geraten. Die sogenannten ETF (Exchange-traded Fund) werden mit minimalem Aufwand verwaltet, da diese darauf abzielen, die Entwicklung eines Index nachzubilden. Während ein Manager eines aktiven Fonds mithilfe volkswirtschaftlicher Analysen versucht, die besten Unternehmen für sein Portfolio auszuwählen, so kauft der Manager eines ETF einfach die Aktien der Unternehmen, die im Index, zum Beispiel dem DAX, enthalten sind.

Weitere Produkte

In der Finanzwelt sind weitere Kapitalanlagen für Anleger denkbar. Dazu gehört beispielsweise auch die oftmals kritisierte Lebensversicherung. Verbraucherschützer und unabhängige Finanzexperten stellten immer wieder fest, dass die Nebenkosten so hoch seien, dass eine Lebensversicherung schlussendlich keine attraktive Rendite mehr aufweise.

Inzwischen ist mit Crowdinvesting eine innovative Geldanlage, nicht zuletzt für Kleinanleger, entstanden. Ein Beispiel sind auf bestimmte Anlageklassen spezialisierte Online Plattformen, wie zum Beispiel Immobilien und Startups. Die Renditen bewegen sich dabei deutlich oberhalb von 4 Prozent. Der Anleger ist dabei in der Lage, direkt in ausgewählte Projekte zu investieren und erhält eine Fülle von Informationen, die in seine Investitionsentscheidung einfließen können. Denn schlussendlich muss sich jeder, der sein Geld gewinnbringend anlegen möchte, über seine persönliche Haltung zu den drei zentralen Anlagekriterien bewusst sein: Rendite, Liquidität und Sicherheit. Alle Kriterien kann keine Geldanlage gleichermaßen hoch erfüllen. Es gilt, die für sich zufriedenstellendste Mischung daraus zu finden.

Fazit

Letztendlich muss jeder Kleinanleger selbst entscheiden, wie er investiert. Die in diesem Vergleich vorgestellten Produkte unterscheiden sich hinsichtlich ihres Anlagehorizontes und ihrer Absicherung. Während eine Investition in die klassischen Sparprodukte eine geringe Rendite, aber maximale Sicherheit verspricht, so bieten Aktien und Fonds vom Finanzmarkt deutlich bessere Chancen, die allerdings mit einem steigenden Risiko einhergehen.


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