EXPORO - EINE ERFOLGSGESCHICHTE

Die Vorstände des Hamburger Fintech geben exklusive Einblicke in die Gründungsphase von Exporo, erklären das Geschäftsmodell und wagen einen Ausblick in die Zukunft.

Exporo - Eine ErfolgsgeschichteHERR MARONDE, HERR OERTZEN, HERR BRUNKE, SIE SIND DIE VORSTÄNDE VON EXPORO. WELCHES WISSEN BRINGEN SIE EIN? UND WIE SIND SIE ZUSAMMENGEKOMMEN?

Björn Maronde: Wir alle sind in Winsen/Luhe aufgewachsen. Simon kenne ich seit ich 11 Jahre bin, wir gingen in eine Klasse. Nach dem Abitur war ich bei den Gebirgsjägern, habe in Göttingen Jura studiert und in Hamburg promoviert. Allerdings spürte ich, dass eine juristische Laufbahn nicht so prickelnd für mich ist. Inspiriert von Simon brodelte das “Unternehmer-Gen” in mir. Das hat mich inspiriert, neue Wege zu gehen. Ich fing dann bei einem Medizintechnikunternehmen an und entwickelte meinen Hang zum Digitalen. Parallel habe ich einen MBA gemacht, an Wochenenden studiert, eine Familie gegründet und für Team Europe in Berlin gearbeitet. Über Xing kam ich mit der Plattform Kapitalfreunde zusammen, habe mit dem Gründer einen Businessplan entwickelt und den Launch des Portals aktiv begleitet. Wir brauchten Risikokapital, fanden aber nicht direkt Investoren. Da erinnerte ich mich an Simon, der an einem ähnlichen Projekt dran war und von der Immobilien-Idee ebenso angefixt war wie ich. Das war in 2013 und die Geburtsstunde von Exporo.

Julian Oertzen: Wir haben zusammen Abitur gemacht und so kenne ich Simon und Björn schon sehr lange. Von meiner ersten Party gibt es noch Fotos von uns als 13-Jährige. Auch ich war bei den Gebirgsjägern, habe in Dresden Maschinenbau studiert und ebenso schnell gemerkt, dass die reine Ingenieurstätigkeit mich nicht ausfüllt. Ich habe dann Praktika u.a. bei Roland Berger und Boston Consulting (BCG) gemacht, durfte drei Jahre bei BCG als Berater arbeiten. Mir wurde damals aber immer klarer, dass ich etwas Eigenes schaffen und unternehmerisch selbständig werden wollte. Nach BCG arbeitete ich als technischer Geschäftsführer im Bereich Clean Tech und lernte einige Risikokapitalgeber kennen. So kam ich nach München zu Early Bird, war dort einige Monate und habe wieder als Freiberufler für Beratungsfirmen gearbeitet. Dann kam Simon. Wir segelten auf der Elbe, hatten keinen Wind und Simon erzählte mir von Exporo. Die Idee hat mich begeistert und ich bin 2014 eingestiegen, im November haben wir dann die AG gegründet.

Exporo - Eine Erfolgsgeschichte Simon

Simon Brunke: Ich habe 2004 während meines BWL-Studiums einen Versicherungsmaklerbetrieb aufgebaut. Bis 2013 hatten wir 18 Büros mit 600 Vertrieblern. Es war allerdings schwierig, in einer Offlinefirma zu skalieren und die richtige Größe zu erreichen. Deshalb hatte ich mit Björn und anderen Freunden nebenbei in einem Think Tank an Ideen gebastelt. Dann war es soweit: Als ich meine Firma veräußerte und schließlich auch als Vorstand aus der eigenen Firma ausgestiegen bin, haben Björn und ich mit zwei weiteren Freunden Exporo gegründet. Wir haben also versucht meine Offline-Vertriebs-Erfahrungen mit seinen digitalen Expertisen zu kombinieren. Die Mischung ist gelungen. Anfangs finanzierten wir uns mit Eigenkapital, wir zahlten uns keinen Lohn. Unser Team machte einen super Job und wir waren im Prinzip schon profitabel, allerdings mit wenig Wachstum. Dann kam der Anruf vom Risikokapitalgeber e.ventures, der unsere Idee mochte. Ich bin eher hanseatisch eingestellt, mag keine Schulden und investiere lieber aus dem Cash Flow. Der VC-Weg ist schneller, da zählt vor allem die Expansion. Die Entscheidung für Risikokapital fiel uns aber leicht. Denn wir hatten erkannt, dass andere an uns vorbeiziehen könnten, wenn wir uns jetzt nicht mit Geld aufladen, gute Leute einstellen und das Business skalieren.

WAS BIETET EXPORO SEINEN KUNDEN?

Simon Brunke: Wir geben jedem Anleger die Möglichkeit, sich über unsere Online-Plattform schon mit kleinem Geld an Immobilienprojekten zu beteiligen. Das Geschäft ist bislang den institutionellen Investoren vorbehalten, etwa den Versicherungen und großen Fondsgesellschaften. So konnten sich nur Anleger mit relativ viel Geld, Zeit und fundiertem Wissen an Immobilien beteiligen. Der vielfach fehlende und teure Zugang zu Immobilienprojekten wird nun von uns komplett demokratisiert. Einige Fondsgesellschaften verstecken sich hinter Intransparenz und Marktbarrieren um von versteckten Gebühren zu profitieren. Kunden wissen nicht was ihr Asset Management tatsächlich kostet und welche Rendite ihnen bleibt. Diese Thematik demokratisieren wir, indem wir über unsere Plattform totale Transparenz schaffen.

WER IST IHR TYPISCHER KUNDE?

Björn Maronde: Unsere Anleger sind eher männlich. Das einzelne Investment beträgt im Schnitt 2.800 Euro. Im ersten Monat tätigen von zehn Investoren mindestens zwei ein weiteres Investment. Das nimmt schnell zu und nach 12 Monaten hat jeder Anleger im Schnitt sechs Investments gezeichnet. Wir raten unseren Kunden auch, sie sollten das Risiko streuen und besser in sechs, sieben Objekte investieren. Unser Wachstum ist damit sehr hoch: Als e.ventures eingestiegen ist, hatten wir pro Monat knapp eine Millionen Euro Kapital vermittelt. Heute sind wir bei über 20 Millionen. Insgesamt haben wir bereits 137 Projekte finanziert, über 240 Millionen Euro Kapital vermittelt und 62 Millionen davon wieder an die Anleger zurückgezahlt.

Exporo - Eine Erfolgsgeschichte Julian

WIE KOMMT ES, DASS NOCH KEIN OBJEKT UMGEKIPPT IST?

Julian Oertzen: Natürlich sehen wir seit vielen Monaten einen guten Immobilienmarkt. Höhere Baukosten werden normalerweise durch steigende Preise ausgeglichen. Für Exporo allerdings ist die gute Auswahl der Projekte und eine sehr intensive Prüfung entscheidend. In unserem Team sind einige sehr erfahrene Bänker, die in den vergangenen 15 Jahren diverse Projekte durchgeprüft und so über eine enorme Erfahrung verfügen. Allein in diesem Jahr hatten wir schon 300 Anfragen von Projektentwicklern (Stand Mitte August) mit einem Finanzierungsbedarf nur für unsere Tranche in Höhe von 700 Millionen Euro. Das entspricht in etwa einem Bauvolumen von 7 Milliarden Euro.

Björn Maronde: Viele Anfragen sortieren wir sofort aus, weil bestimmte Faktoren nicht unserem Qualitätsstandard entsprechen. So muss der Projektentwickler beispielsweise eigenes Geld mitbringen, wir ersetzen also nicht komplett sein Eigenkapital. Wir gehen auch in bestimmte Phasen oder Regionen nicht rein. München etwa ist uns zu teuer, da machen wir einen Bogen herum. Natürlich kann ein Projekt trotz sorgfältiger Auswahl in eine Schieflage geraten. Wir haben daher intensiv an unserem Reporting gearbeitet, um die Daten streng zu prüfen und Abweichungen rechtzeitig zu erkennen. Wir kontrollieren auch vor Ort, ob die gemeldeten Baufortschritte tatsächlich erfolgt sind. So können wir bei Stresssituationen gemeinsam mit dem Entwickler entgegensteuern.

NUN LAUNCHEN SIE EIN NEUES PRODUKT MIT DEM NAMEN „BESTAND“? WAS BEDEUTET DAS?

Simon Brunke: Für uns war das Thema Finanzierung von Projekten der Bereich, in dem wir groß geworden sind. Dieser Markt wurde bisher von institutionellen Investoren dominiert und wir haben ihn nun auch für Kleinanleger geöffnet. Die Vorteile der Digitalisierung - also Echtzeitinformation, Transparenz, Zugang - nun auf das Thema Eigentum zu übertragen ist für uns der nächste logische Schritt. So werden wir in den weltweit zweitgrößten Markt Immobilieneigentum wachsen. Wir sehen das Thema Bestand für Anleger noch einen Tick sicherer und langfristiger, weil über die Anleihe wie ein Eigentümer investiert wird, sodass es eine stabile jährliche Ausschüttung und Teilhabe an der Wertentwicklung gibt und das Investment zudem wertstabil, sachwertgesichert und inflationsgeschützt ist. Das Thema “Investieren in Bestand” wird uns einen gewaltigen Push geben, denn es kann nahezu jeden Anleger zum Immobilieneigentümer machen.

Björn Maronde: Wir haben eben auch Anleger, die gerne langfristig und konservativ investieren und an Mietausschüttungen partizipieren möchten. Anleger brauchen bei uns eben nicht mehr eine Million Euro, um sich an Eigentum zu beteiligen. Schon 1.000 Euro reichen und der Anleger partizipiert an Mietüberschüssen sowie der Wertsteigerung. Zudem kann er seinen Anteil jeden Tag über unsere Plattform verkaufen, wenn er schnell Geld benötigt. Bei einem konventionellen Immobilien-Investment geht das nicht. Es ist schön zu sehen, dass die ersten Emissionshäuser auf uns zu kommen und mit uns kooperieren wollen.

Exporo - Eine Erfolgsgeschichte Björn

Julian Oertzen: Unser oberstes Ziel sind faire, gute und transparente Produkte, die auch kleinen Anlegern die Möglichkeit geben in Immobilien zu investieren. Wer bisher 10.000 Euro in Immobilien anlegen möchte, hat außer in Fonds, die nur zwei bis drei Prozent ausschütten und intransparent sind, kaum eine Chance. Unsere Anleger können schon ab 1.000 Euro “Eigentümer” werden und sind im Falle der Kita Winterhude mit 80 Prozent an der Wertsteigerung beteiligt. Wir sind bei dem Thema sicherlich noch am Anfang und müssen noch viel Verständnis bei den Anlegern aufbauen. Aber das Produkt kommt exzellent an.

Simon Brunke: Wir werden diese Idee auch über Ländergrenzen tragen. In 5 Jahren wollen wir europaweit eine Million digitale Immobilieneigentümer auf Exporo haben. Dieses Thema fasziniert jeden Einzelnen im Team, weil es komplett einzigartig, disruptiv und demokratisch ist. Es soll uns zum nächsten Unicorn in Deutschland katapultieren.

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