Genussscheine

Genussscheine weisen sowohl Merkmale einer Aktie als auch einer Anleihe auf. Wenn Sie im Besitz eines Genussscheins sind, haben Sie nämlich Anspruch auf die Rückzahlung Ihres Kapitals und werden zusätzlich am Unternehmenserfolg beteiligt.

Definition Genussschein – Was ist das?

Genussscheine bieten die Möglichkeit für Unternehmen sich Geld von Anlegern zu leihen, ohne sie direkt beteiligen zu müssen. Denn Genussscheine weisen sowohl Merkmale einer Aktie als auch einer Anleihe auf. Als Anleger haben Sie nämlich Recht auf die vollständige Rückzahlung Ihres Kapitals am Ende der Laufzeit, wie es bei Anleihen üblich ist und Sie profitieren zusätzlich von Kurssteigerungen wie bei der Investition in Aktien.

Arten von Genussscheinen

Da es für die Ausgestaltung von Genussscheinen keine festen Vorschriften gibt und somit vieles vom Emittenten selbst festgelegt werden kann, gibt es verschiedene Variationen von Genussscheinen:

Verlustbeteiligung

  1. Keine Beteiligung an Verlusten des Emittenten
  2. Beteiligung an Verlusten in Form der Nachschusspflicht

Ausschüttungen und Verzinsungen

  1. Anleger erhalten eine Mindestausschüttung und zusätzlich einen Bonus je nach Dividende
  2. Investoren erhalten eine von der Dividende abhängigen Ausschüttung
  3. Anleger erhalten eine von der Rendite abhängigen Ausschüttung

Laufzeiten

  1. Begrenzt und fest: Der Rückzahlungstermin ist festgelegt und erfolgt mit Fristablauf
  2. Unbegrenzt: Es gibt keinen festgelegten Rückzahlungstermin

Nachzahlungsanspruch

  1. Gewinnausschüttungen, die ausgesetzt werden, müssen nachgezahlt werden
  2. Gewinnausschüttungen müssen nicht nachgezahlt werden

Die verschiedenen Möglichkeiten aufgrund fehlender Vorschriften haben Auswirkungen auf die Vor- und Nachteile von Genussscheinen, weshalb Sie sich vorab unbedingt über die Details informieren sollten.

Vorteile von Genussscheinen

Genussscheine bieten Ihnen als Anleger einige Vorteile, welche jedoch stark variieren.

Als Besitzer von Genussscheinen erhalten Sie regelmäßige Ausschüttungen, wobei die Rendite in der Regel höher ist als bei Anleihen. Zudem können Sie von Kursgewinnen profitieren, da Sie die Kursdifferenz zwischen Anfang und Ende der Laufzeit bei steigenden Kursen als Gewinn erhalten. Darüber hinaus haben Sie am Ende der Laufzeit das Recht auf die Rückzahlung Ihres investierten Kapitals.

Nachteile von Genussscheinen

Neben Vorteilen gibt es natürlich auch einige Nachteile, welche ebenfalls je nach Vereinbarung variieren können:

Bonitäts- / Insolvenzrisiko: Bevor Sie investieren, sollten Sie besonders auf die Bonität des Emittenten achten. Denn sollte sich diese verschlechtern, sinkt gleichzeitig auch der Kurs und das Risiko von Verlusten steigt.

Marktrisiko: Genussscheine sind in den meisten Fällen Marktrisiken ausgesetzt und unterliegen somit Kursschwankungen und Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus.

Ausschüttungsrisiko: In vielen Fällen sind die Ausschüttungen an die Gewinne des Emittenten gebunden, weshalb diese bei Verlusten vergleichsweise gering ausfallen können.

Liquiditätsrisiko: Die meisten Genussscheine werden nicht an der Börse gehandelt, weshalb es für Anleger schwieriger ist, diese schnell und einfach zu verkaufen.

Rückzahlungs – und Haftungsrisiko: Im Falle einer Insolvenz des Emittenten, kann die Rückzahlung Ihres Kapitals nicht mehr gewährleistet werden.

Der Handel mit Genussscheinen

Da Genussscheine in der Regel außerhalb der Börse gehandelt werden, werden sie dem Grauen Kapitalmarkt zugeordnet. Dies ist der Grund weshalb es keine genauen Vorschriften gibt und die Merkmale der Genussscheine stark variieren. Wenn Sie Genussscheine erwerben möchten, die nicht an der Börse gehandelt werden, kaufen Sie diese meistens direkt beim Emittenten.