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Nachhaltige Geldanlagen

Sicherheit und Rendite treffen das grüne Gewissen

Das Obst und Gemüse stammen aus der ökologischen Landwirtschaft, Duschgel und Körperlotion tragen ein „Bio“-Siegel, sogar Strom gibt es aus nachhaltigen Quellen. Wer heute einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz tun möchte, hat dazu viel mehr Möglichkeiten als noch vor wenigen Jahren. „Bio“ ist im Trend, wie nicht nur Konsumforscher feststellen. Aktive Umweltschützer sehen diese Entwicklung mit Freude, obwohl man natürlich noch viel mehr tun könnte und müsste, um die Folgen unseres modernen Lebenswandels für Klima und Umwelt zu minimieren. Auch nachhaltige Investments geraten immer mehr in den Fokus der Anleger.

Was also hat es damit auf sich? Was ist eine nachhaltige Geldanlage? Wie funktioniert sie, und was bringt sie dem Investor?

Was versteht man unter nachhaltigen Geldanlagen?

Eine ökologische Geldanlage ist zunächst einmal ein Investment wie viele andere auch. Es handelt sich in der Regel um Investmentfonds oder Aktien, die in eine Fondsgesellschaft oder in ein Unternehmen eingebracht werden. Dort arbeitet man mit dem Geld. Allerdings werden bei dieser Arbeit bestimmte Grundsätze beachtet. Beispielsweise verpflichtet sich eine Fondsgesellschaft, nur in Firmen zu investieren, die hohe ethische Prinzipien bei ihren Arbeitsplätzen vertreten. Das Verbot von Kinderarbeit ist ein typischer Grundsatz von nachhaltigen Investments. Auch eine gleiche Bezahlung von Männern und Frauen bei gleicher Arbeit gehört zu den Prinzipien ökologischer Geldanlagen. Wer ethisch investieren will, achtet vermutlich insgesamt auf bessere Arbeitsbedingungen und auf die Art der Produktion und Verarbeitung.

Der Grundsatz der nachhaltigen Geldanlage ist also sehr ehrenwert und sinnvoll. Eine Investition in Atomkraftwerke in Russland, in den Kohletagebau in Südamerika oder in eine Diamantmiene mit Kinderarbeit in Afrika ist alles andere als ethisch vertretbar. Deshalb gehen Konsumforscher häufig davon aus, dass es sich bei der Nachfrage der Anleger nach ökologischen Fonds, Aktien und anderen Geldanlagen nicht nur um einen vorübergehenden Trend handelt. Als Investor hat man einfach ein besseres Gefühl, wenn eine Anlage mit dem Prädikat „Grün“ ausgezeichnet ist. Allerdings muss man wissen, dass es sich hier nicht um einen geschützten Begriff handelt. Eine Bank oder eine Fondsgesellschaft können ein Produkt also als „grün“, als „biologisch“ oder als „nachhaltig“ bezeichnen, ohne die Kriterien genauer zu prüfen. Ein anerkanntes Qualitätssiegel gibt es im Bereich ökologischer Geldanlagen bisher nicht. Als Anleger ist man deshalb darauf angewiesen, dass die Fondsgesellschaft oder der Bankberater transparent über die Anlageobjekte informieren und dass die Investitionspolitik einer Fondsgesellschaft oder einer Aktiengesellschaft wirklich auf nachhaltige Geschäftsführung ausgerichtet ist.

Wie funktionieren nachhaltige Geldanlagen?

Wer verstehen will, wie ein ökologisches Investment genau funktioniert, muss sich die jeweilige Geldanlage im Detail ansehen. Handelt es sich zum Beispiel um einen Investmentfonds, darf man davon ausgehen, dass in Unternehmen aus dem ökologischen Segment angelegt wird. Ob das der Fall ist, wie und in welcher Höhe das eingenommene Geld von der Fondsgesellschaft investiert wird, entnimmt der Anleger am besten dem Fondsprospekt. Beispielsweise kann in Firmen investiert werden, die ausschließlich dem ökologischen Anbau verpflichtet sind. Ein Fonds kann aber auch in Unternehmen anlegen, die auf die Beschäftigung von Kindern in der Produktion verzichtet. Bei einem geschlossenen Investmentfonds handelt es sich vielleicht um einen Wind- oder Wasserpark oder um eine Solaranlage. Bringt man Geld in ökologische Aktien ein, hat sich die Aktiengesellschaft unter Umständen auf die Entwicklung und Herstellung von Biokleidung im In- und Ausland spezialisiert. Die ökologische Geldanlage selbst funktioniert also wie jedes andere Investment: Bei einem Aktieninvestment kauft man Aktien von Unternehmen, bei einem Fonds erwirbt man Fondsanteile von mehreren Firmen, bei einem geschlossenen Fonds stellt der Anleger sein Geld für einen längeren Zeitraum zur Verfügung, um es nach Ablauf der Anlagezeit mit einer attraktiven Rendite zurück zu bekommen.

Unterschiede gibt es aber beim jeweiligen Anlageobjekt. Bei einer ökologischen Geldanlage handelt es sich hier um Firmen, die sich bei Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verkauf an ethische Grundsätze halten. Sie verzichten auf Kinderarbeit, und sie sorgen für anständige Arbeitsbedingungen bei gleicher Bezahlung für Männer und Frauen. Allein durch diese Rahmenbedingungen trägt man mit einem nachhaltigen Investment zu einer besseren Welt bei.

Wie sicher und rentabel sind nachhaltige Geldanlagen?

Ein ökologisches Investment wäre ideal bei hoher Sicherheit und bei einer attraktiven Rendite. Doch schon bei klassischen Investments ist dieser Spagat schwer zu schaffen. Erfahrene Anleger wissen, dass man eine interessante Rendite immer mit einem tendenziell höheren Risiko bezahlt. Bei diesem Risiko handelt es sich meist um Wertschwankungen, aber auch um den Totalverlust. Bei einem Investmentfonds ist die Gefahr von Kursschwankungen oder Totalverlusten eher überschaubar. Das investierte Geld wird hier auf mehrere Aktiengesellschaften aufgeteilt. In der Praxis werden selten alle Aktien gleichzeitig an Wert verlieren. Meist gewinnen einige Papiere an Wert, während andere im Kurs sinken. So gleichen sich Wertschwankungen über einen längeren Zeitraum gut aus. Deshalb gelten Fonds in der Regel als recht sicher, ein Totalverlust sollte kaum auftreten. Die Rendite ist trotzdem interessant. Aus diesem Grund sind Fonds für private Anleger fast immer eine gute Empfehlung. Der Privatinvestor kann sich seine Anlage nämlich passend zu seiner Risikoeinstellung aussuchen. Wer sehr sicherheitsorientiert ist, findet meist ebenso einen guten Fonds wie wachstums- und renditeorientierte Anleger.

Aktien bergen ein höheres Risiko an Wertschwankungen, dafür ist es leichter, mit einzelnen Wertpapieren einen angemessenen Gewinn zu erzielen. Dazu sollte man sich aber gut mit den Papieren auskennen und seine Anlage gezielt zusammenstellen. Das größte Risiko steckt hinter geschlossenen Investmentfonds. Hier wird das Geld für mehrere Jahre angelegt. In dieser Zeit arbeitet die Fondsgesellschaft damit, indem zum Beispiel ein Windpark oder ein Wasserkraftwerk aufgebaut und betrieben wird. Am Ende der Laufzeit bekommt der Anleger sein verzinstes Geld zurück. Wenn aber der Betrieb keinen Gewinn abwirft oder das Unternehmen sogar in die Insolvenz gerät, erleidet der Privatinvestor einen starken Wertverlust. Im Einzelfall kann es sogar zu einem Totalverlust kommen. Dafür ist die Rendite bei geschlossenen Fonds recht attraktiv. Als Anleger muss man sich dieser Gefahr bewusst sein, wenn man sich für ein solches Investment entscheidet.

Quelle: Forum Nachhaltige Geldanlagen

Welche nachhaltigen Geldanlagen gibt es?

Wer eine ökologische Anlage sucht, wendet sich am besten an seinen Bankberater. Die meisten Banken haben einige Investments im Angebot. Dabei handelt es sich vorrangig um Fonds oder um einzelne Aktien. Allerdings muss man wissen, dass die meisten Geschäftsbanken nur ein begrenztes Angebot an „grünen“ Anlagen vorhalten. Der Privatinvestor hat also vermutlich eher eine überschaubare Auswahl, wenn er bei seiner Geschäftsbank bleibt. Es gibt zwischenzeitlich einige Banken, die das Prädikat „Grün“ oder „Umwelt“ tragen. Hier findet man ein größeres Angebot, und die Anlageprodukte erfüllen die Anforderungen an ökologische Investments in einem hohen Umfang. Es bietet sich deshalb häufig an, das Girokonto bei der bisherigen Bank zu belassen und ein Depot bei einer Umweltbank zu eröffnen oder das bisherige Depot dorthin zu übertragen.

Fazit

Letztlich sind ökologische Geldanlagen also ein Investment wie viele andere. Sie sind aber recht gut dazu geeignet, sich ohne großen Aufwand mit mehr Nachhaltigkeit für den Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen.


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