Wie wird die durchschnittliche Rendite bei Immobilien berechnet?
Immobilien gelten in der Regel als krisenfeste Investition. Doch wer eine Investition in Immobilien tätigen möchte, der muss zunächst einmal eine sorgfältige Auswahl der Objekte vornehmen. Dazu gehört auch, bei einem potenziellen Objekt nicht nur auf den Kaufpreis zu schauen, sondern insbesondere die zu erwartende Mietrendite zu berechnen. Die durchschnittliche Rendite einer Immobilie gibt dem Investoren Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit einer Investition. Im Zusammenhang mit Investments stellt die Rendite das Verhältnis von Gewinn zum aufgewendeten Kapital dar. Die Rendite wird in der Regel in Prozent angegeben.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Rendite Immobilien im Durchschnitt erzielen, welches Risiko beim Kauf von Immobilien besteht und wie Sie die individuelle Rendite eines Objektes berechnen können.
- Die durchschnittliche Rendite bei Immobilien ist der jährliche Ertrag, den Anleger im Verhältnis zum eingesetzten Kapital erwirtschaften
- Für die Berechnung der Mietrendite stehen viele Indikatoren zur Verfügung. Dazu zählen insbesondere Bruttomietrendite, Nettomietrendite, Jahresnettokaltmiete, Eigenkapitalrendite und Objektrendite.
- Gerade in Krisenzeiten sind Immobilien, ob als Realimmobilie, in Form von Immobilienfonds oder als digitale Immobilien Investments eine eher sichere und verlässliche Kapitalanlage mit einer Jahr für Jahr stabilen Rendite.
Was sind die entscheidenden Faktoren für die Berechnung der durchschnittlichen Immobilienrendite?
Anleger, die in Immobilien investieren möchten, sollten sich gezielt mit dem Thema Renditekennziffern zur Renditeberechnung auseinandersetzen, um genau einschätzen zu können, ob sich eine Immobilie als Kapitalanlage zum Kauf lohnt.
Mietpreismultiplikator als Kennziffer für durchschnittliche Immobilienrendite
Um einzuschätzen, ob der Kaufpreis einer Immobilie angemessen ist, kann der Mietpreismultiplikator – auch Vervielfältiger genannt – hilfreich sein. Hierbei wird der Kaufpreis des Objektes mit den zu erwartenden Mieteinnahmen, konkret der Jahresnettokaltmiete, ins Verhältnis gesetzt. Die Formel dazu sieht so aus:
Mietpreismultiplikator = Kaufpreis / Jahresnettokaltmiete
Der Wert sagt aus, nach wie vielen Jahren das Objekt circa abbezahlt ist. Je geringer der Wert des Mietpreismultiplikators, desto besser für die durchschnittliche Rendite einer Immobilie. Bestenfalls bleibt der Mietpreismultiplikator bei einem Wert von unter 20. Aufgrund der starken Nachfrage nach Immobilien und den daraus resultierenden Preissteigerungen ist allerdings gerade in beliebten Städten und Regionen ein Wert von unter 25 nicht mehr zu erreichen. Der Mietpreismultiplikator ist lediglich eine erste Orientierungshilfe bei der Berechnung der Mietrendite, denn er berücksichtigt weder zusätzliche Ausgaben wie Kaufneben- oder Instandhaltungskosten noch mögliche Leerstandsperioden.
Bruttomietrendite
Die Bruttomietrendite basiert auf dem Mietmultiplikator und rechnet diesen in einen Wert in Prozent um. Die Formel dazu sieht so aus:
Bruttomietrendite = Jahresnettokaltmiete / Kaufpreis x 100
Ähnlich wie schon beim Mietmultiplikator, ist auch die Berechnung zur Bruttomietrendite allein für sich keine verlässliche Aussage zur Rendite einer Immobilie, da Instandhaltungs- und Reparaturkosten, Kaufnebenkosten und das Risiko eines Ausfalles der Miete nicht mit einbezogen sind.
Nettomietrendite
Die Nettomietrendite ist eine weitaus genauere Methode zur Berechnung der tatsächlichen Renditechancen. Hierbei werden nicht nur Immobilienpreis und Jahreskaltmiete zueinander in Relation gesetzt, sondern es werden auch die Betriebskosten und die ungefähre Investitionssumme mit einbezogen.
Für die Berechnung werden alle Kosten, die mit dem Kauf der Immobilie entstehen, und der Jahreseintrag, also die Jahresnettokaltmiete, abzüglich aller nicht auf den Mieter umlegbarbaren Kosten, die man als Vermieter trägt, in Relation gesetzt. Die Formel dazu sieht so aus:
Nettomietrendite = Jahresreinertrag / Investitionen x 100
Teilweise kann es insbesondere für Anleger, die mit dem Kauf von Immobilien noch unerfahren sind, schwierig sein, die jeweiligen Kosten und die zu erwartende Miete richtig einzuschätzen. Anleger sollten daher etwa 20 bis 30 Prozent der Jahresnettokaltmiete für Verwaltung, Instandhaltung und das Risiko eines Ausfalles der Mieteinnahmen veranschlagen. Weiterhin können Anleger die zu erwartenden Kosten mithilfe der Wertermittlungsrichtlinien ermitteln.
Als Richtwert sollten Anleger darauf achten, dass die Nettomietrendite nicht unter 3,5 Prozent liegt. Ab diesem Wert kann sich die Investition lohnen.
Durchschnittliche Immobilienrendite errechnen mithilfe der Eigenkapitalrendite
Die Eigenkapitalrendite bestimmt den Durchschnitts-Jahresertrag auf das eingesetzte Kapital inklusive des Zinssatzes. Sie berücksichtigt alle Einnahmen, Ausgaben sowie die Finanzierung. So erfahren Anleger, wie hoch die Rendite auf das zur Finanzierung eingesetzte Eigenkapital ausfällt. Da hier auch die Besteuerung und Fremdfinanzierung berücksichtigt wird, ermöglicht Ihnen die Berechnung der Eigenkapitalrendite einen präzisen Renditevergleich. Die Formel dazu sieht so aus:
Eigenkapitalrendite = (Jahresreinertrag – Darlehenszinsen) / Eigenkapital x 100
Anlegern wird jedoch empfohlen, die Eigenkapitalrendite langfristig und nicht nur auf ein Jahr zu betrachten, da sonst potenzielle Wertsteigerungen der Immobilie nicht ausreichend einbezogen werden.
Objektrendite als Kennziffer für die durchschnittliche Rendite bei Immobilien
Mithilfe der Objektrendite können Anleger ermitteln, ob sich ein höherer Einsatz von Fremdkapital für das von Ihnen ausgewählte Objekt lohnt. Dafür werden Kaufpreis und Nebenkosten, Jahresnettokaltmiete, laufende Kosten und Steuern in Relation gesetzt. Die Formel dazu sieht so aus:
Objektrendite = Jahresnettokaltmiete – jährliche Kosten für Rücklagen, Verwaltung und nicht umlegbare Nebenkosten – Steuern / Kaufpreis inklusive Erwerbsnebenkosten x 100
Ist die Objektrendite höher als der Zinssatz für das Immobiliendarlehen, können Anleger ihre Rendite steigern, indem sie den Fremdkapitaleinsatz erhöhen.