Kaufnebenkosten

Kaufnebenkosten entstehen bei jedem Immobilienkauf in nicht unerheblicher Höhe. Käufer müssen deshalb zusätzlich zum Kaufpreis Nebenkosten von über zehn Prozent einkalkulieren.

Definition Kaufnebenkosten – Was ist das?

Jeder Immobilienerwerb ist mit Kaufnebenkosten verbunden. Dieser Umstand ergibt sich daraus, dass einige Vorgänge zur Abwicklung eines Immobilienkaufes zwangsläufig dritte Parteien voraussetzen, die entsprechende Gebühren erheben.

So muss in Deutschland jede Immobilientransaktion von einem Notar notariell beglaubigt werden. Außerdem muss der Besitzerwechsel im Grundbuch eingetragen werden. Außerdem erhebt der Fiskus eine Grunderwerbssteuer und für eventuell involvierte Makler wird ebenfalls eine Provision fällig.

Die Kaufnebenkosten werden üblicherweise prozentual vom Objektpreis kalkuliert. Insgesamt liegen die Kaufnebenkosten zwischen 5 und 15 Prozent, da je nach Bundesland unterschiedliche Regeln gelten. Bei einer Immobilienfinanzierung verlangen Banken häufig, dass die Kaufnebenkosten aus eigener Tasche gezahlt werden.

Kaufnebenkosten im Überblick

Die Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf fallen zusätzlich zum eigentlichen Objektpreis an. Zu berücksichtigen sind dabei Maklergebühren, Notarkosten und Grunderwerbssteuer.

Kaufnebenkosten 1: Maklerprovision (3 – 7 Prozent)

In den meisten Fällen werden Immobilien oder Grundstücke von einem Makler angeboten. Dafür wird eine Vermittlungsprovision, genannt Courtage, fällig. Je nach Region beträgt dessen Höhe drei bis sieben Prozent des Kaufpreises.

Beim Immobilienkauf kommt der Käufer für die Courtage auf. Für Mietwohnungen gilt seit Juni 2015 in Deutschland das Bestellerprinzip: Demnach muss derjenige die Maklergebühr bezahlen, der den Makler auch beauftragt hat.

Allerdings gibt es auch beim Immobilienkauf einige Besonderheiten. Marktlage und persönliches Verhandlungsgeschick entscheiden in der Praxis häufig darüber, welche Partei die Maklerprovision übernimmt.

Kaufnebenkosten 2: Notar- und Grundbuchkosten (ca. 2 Prozent)

Während die Maklerprovision zumindest teilweise über provisionsfreie Inserate umgangen werden kann, ist der nächste Kostenpunkt unabdingbar. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) schreibt so nämlich vor, dass jeder Immobilienkaufvertrag notariell beurkundet werden muss. Außerdem muss der neue Besitzer im Grundbuch eingetragen werden. Insgesamt belaufen sich die Kosten dafür auf rund zwei Prozent des Kaufpreises.

Kaufnebenkosten 3: Grunderwerbsteuer (3,5 – 6,5 Prozent)

Als dritter Kostenpunkt wird die Grunderwerbssteuer (GrESt) für Immobilienkäufer fällig. Dessen Höhe variiert seit 2006 aber je nach Bundesland. Bis 1982 galt noch eine einheitliche Regelung von generell sieben Prozent, mittlerweile variiert der Steuersatz aber zwischen 3,5 und 6,5 Prozent.

Kaufnebenkosten – steuerlich absetzen?

Wenn Sie die Immobilie für die private Nutzung erwerben, sind die Kaufnebenkosten leider nicht steuerlich absetzbar.

Allerdings können Sie sowohl die Grunderwerbsteuer, die Notar- und Grundbuchkosten sowie die Maklerkosten steuerlich absetzen, wenn Sie die Immobilie vermieten oder gewerblich nutzen. Die Maklerkosten lassen sich dann von den zu versteuerten Mieteinnahmen abziehen.